Ernst und Ironie:
Die Stadthirschen nehmen Horvath historisch
...Das Theater zum westlichen Stadthirschen verleiht dem Dreiakter zusätzlich Authentizität.
Schon durch den Spielort,ein imposanter, stuckverzierter Saal, der durch die sparsame Möblierung
eine schlichte Sachlichkeit ausstrahlt, wirkt das Geschehen direkt und unmittelbar.
Dieser Rahmen, der passender nicht sein könnte,
lässt den Zuschauer förmlich eintauchen in ein Geflecht perfider Abhängigkeiten.
...
Das Ensemble macht diese Demaskierung der Dummheit und der unterschwelligen Bösartigkeit zum Genuss.
Allen voran Hildegard Schroedters abgetakelte Baronin.
Berliner Morgenpost
...Diese Menschen im Hotel, illusionslos, verlogen und gemein, belässt Johannes Herrschmann
in einer irritierend gleichgültig und zynisch wirkenden Zwanziger-Jahre-Atmosphäre.
Im Kreise dieser Zombies überragend die Ada von Hildegard Schroedter: resolut, lautstark
und selbstbewußt geht sie den Männern an die Wäsche, im Gespräch mit Christine erscheint sie aber
als das, was sie wirklich ist: als widerstrebend alternde, ihre Sehnsüchte im Sekt ersaufende
Frau.
Galerie des Theaters
...Hildegard Schroedter lässt die devoten Herren mit rauchiger Stimme, bösem Gelächter und
zickiger Aufmerksamkeit ordentlich springen. Die Angst vor dem Tod wird sie trotzdem nicht los.
Berliner Zeitung
Die Riesen vom Berge
"Ich habe Angst", sind die letzten Worte des Grafen. Dann holt uns das Licht
zurück in eine Welt, in welcher der David der Fantasie vom Goliath der
Gesellschaft nicht zwangsläufig in Grund und Boden gestampft wird. An diesem
Abend gab es sogar Beifall, nicht zu knapp."
Meike Matthes, Der Tagesspiegel, 19. Mai 2000
"Der geheimnisvolle Zauber der Räume prägt die Aufführung, die man erst im
Treppenhaus, später im alten Festsaal erlebte.Mit fast
italienischem Temperament werden die komischen Passagen des Stückes geboten,
wobei die Stadthirschen wie gewohnt auf großartige Darsteller zurückgreifen
können. Das Ensemble und die effektvolle Inszenierung
lassen Pirandellos Text zeitweilig in den Hintergrund treten. Man verlässt die
Villa Elisabeth verwirrt und begeistert zugleich."
Uwe Sauerwein, Berliner Morgenpost, 21. Mai 2000
Zweitausendundeine Nacht
oder ich bin die die wartet
nach Roland Barthes'
"Fragmente einer Sprache der Liebe"
(Suhrkamp Verlag)
Kritiken
Ihr gelingt eine große Überraschung, ein unterhaltsames Selbstgespräch, all die Gefühle,
die jeder kennt, der einmal verliebt war, breitet sie wie kleine Dramen vor uns aus.
die tageszeitung

Sie führt die Phasen des Liebens vor, von der"Süße des Anfangs" bis zur Katastrophe und
hat dabei einen sehr dichten intellektuellen Text zu bewältigen.
Das macht sie furios, im gebannten Publikum könnte man eine Stecknadel fallen hören.
Ein großartiger Abend der Schauspielerin Hildegard Schroedter.
Die Welt
Diese Reise ins Innerste der Gefühle und ihrer wandelbaren und differenzierten Übersetzungen
dürfte nicht nur Psychoanalytikern großen Spaß bereiten.
Berliner Morgenpost